David, Fred, Madl, Sebastian, Team Dominik (mit Tochter) und ich trafen uns heute zum Minigolf im Clara-Zetkin-Park. Es sollte eine denkwürdige Partie werden. Willkommen im Hades.
Gespielt wurde auf einer Anlage mit 18 Bahnen. Kurze Regelkunde: Man hat 6 Versuche pro Bahn, die Kugel einzulochen; schafft man das nicht, wird quasi gezählt, als hätte man es mit dem imaginären 7. Versuch geschafft.
Bereits im Vorjahr trafen sich Fred, Madl, Sebastian und ich - damals konnte ich die Partie für mich entscheiden. Dieses Mal ging jedoch ein stark verbesserter Sebastian an den Start, den nicht wenige als Top-Favoriten sahen und der diesen Status auch schnell mit Ergebnissen untermauerte.
Die ersten beiden Bahnen stellten für die Mehrheit kein großes Problem dar: Madl, Sebastian und ich benötigten insgesamt 4 Schläge, Fred 6, lediglich David (10) und Team Dominik (12) verloren schon früh den Anschluss.
An Bahn 3 jedoch patzte Sebastian, der immer als Erster an der Reihe war, erstmals - die Looping-Bahn war für ihn nicht zu überwinden - 7 Schläge. Doch nicht anders erging es David, Madl, Team Dominik und Fred, die in dieser Reihenfolge dran waren. Den Abschluss bildete ich. Mit 6 Schlägen konnte ich mir zwar keinen allzu großen Vorsprung herausarbeiten, bewältigte die Bahn aber immerhin als Einziger und ging mit einem Schlag Vorsprung in Führung.
Bahn 4 wurde von der Mehrheit mit 2 bis 4 Schlägen geschafft, lediglich Madl stand vor einer unüberwindbaren Aufgabe. Ich benötigte einen Schlag mehr als Sebastian, so dass wir uns die Führung nun teilten.
Dieser Zustand hielt auch nach Bahn 5 an, jedoch bildeten sich nun erste Grüppchen: Sebastian und ich führten mit 15 Schlägen das Classement an, es folgten Fred (21) und Madl (22) mit etwas Abstand und nochmals einen Tick hintendran waren David (26) und Team Dominik (27).
Bahn 6 konnte von allen mit 2 bis 4 Schlägen gemeistert werden, wobei ich zwei Schläge weniger benötigte als Sebastian und damit letztmals allein in Führung gehen konnte.
Bahn 7 kippte die Verhältnisse wieder ein wenig. Denn während die Hälfte sich erfolglos die Zähne ausbiss, eroberte Sebastian die alleinige Führung zurück und sorgte Madl erstmals für ein Ausrufezeichen. Die Spitze: 1. Sebastian 23, 2. René 24, 3. Madl 26. Diese Führung sollte Sebastian nicht mehr abgeben.
Ähnlich knapp sah es auch noch nach Bahn 9 aus, so dass wir zur Halbzeit folgenden Stand hatten:
1. Sebastian 31
2. René 33
3. Madl 34
4. Fred 39
5. David 48
Team Dominik war nach der 8. Bahn an letzter Position liegend ausgestiegen.
Die Entscheidung zu Gunsten Sebastians brachten dann jedoch - das lässt sich rückblickend zweifelsfrei sagen - die ersten drei Bahnen der 2. Halbzeit.
Sebastian benötigte für diese drei Bahnen insgesamt 6 Schläge (ich 16, Madl 14) und hatte sich somit nach Bahn 12 einen 10-Punkte-Vorsprung auf den Zweitplatzierten herausgerarbeitet - der nun Fred hieß. An Bahn 11 hatte er Madl überholt, an Bahn 12 mich. Ein eindrucksvoller Lauf (insgesamt 12 Schläge für die Bahnen 9 bis 13) hatte ihn nach vorne gespült.
Während Sebastians eigentlich sicherer Vorsprung aufgrund eines schwachen Laufs (17 Schläge für die Bahnen 13 bis 15) von zehn auf fünf Schläge schmolz, entbrannte ein harter Kampf um die Plätze 2 bis 4. Zeitweise rutschte ich ab auf Rang 4 (nach Bahn 12), an Bahn 13 eroberte ich Platz 3 zurück, an Bahn 14 herrschte Gleichstand zwischen Fred, Madl und mir, an Bahn 15 fiel Fred wieder knapp auf den 4. Platz zurück.
Die Ausgangslage für die letzten drei Bahnen:
1. Sebastian 54
2. Madl 59
2. René 59
4. Fred 60
(5. David 87)
Bahn 16 warf Fred und Madl endgültig aus dem Titelrennen. Ausnahmsweise eröffnete Fred (mit 4 Schlägen), Madl schaffte die Bahn gar nicht. Sebastian und ich bewältigten sie im 1. Versuch. Sebastians Vorsprung betrug somit weiterhin 5 Punkte auf mich, Madl hatte keine rechnerischen Chancen mehr auf den Sieg, Fred nur noch theoretische. Erwähnenswert ist hier übrigens David, der diese Bahn mit 2 Schlägen bewältigte. Seine Bestleistung an diesem Tag, denn keine andere Bahn glückte ihm mit weniger als 4 Schlägen. Die Hälfte der Anlage blieb ihm ein unüberwindbares Hindernis, allein von den Bahnen 7 bis 15 schloss er sieben Stück mit einer 7 ab.
Dramatisch wurde es an Bahn 17 - der Schnecken-Bahn. Sebastian konnte das Hindernis im ersten Versuch überwinden, hatte damit alle Chancen, die Bahn mit 2 Schlägen abzuschließen und somit für eine Vorentscheidung zu sorgen. Doch vor dem Loch zeigte er Nerven, scheiterte zwei Mal aus nähester Distanz und benötigte insgesamt 4 Schläge. Fred und Madl vergeigten die Bahn mit 7, bzw. 5 Schlägen, dann war ich an der Reihe. Als der erste Versuch am Hindernis scheiterte, schien die Partie entschieden. Doch dann ein Glücksschlag, der gleichzeitg das Hinternis meisterte, als auch den direkten Weg ins Loch fand. Fred und Madl gingen somit punktgleich ans letzte Loch, der Vorsprung von Sebastian auf mich betrug 3 Schläge.
Bahn 18: Sebastian eröffnete. Es galt wieder ein Hindernis zu überwinden. Mit 3 Schlägen wäre ihm der alleinige Sieg sicher, mit 4 zumindest ein geteilter. Aber auch nur, wenn ich mit einem einzigen Schlag einlochen würde.
Sebastian scheiterte mit seinem ersten Versuch am Hindernis. Der zweite war besser. Am Loch versagten ihm beim dritten Schlag wieder die Nerven, der 4. wiederum schloss seinen Versuch erfolgreich ab.
Madl gelang an dieser Bahn kein Erfolgserlebnis, weshalb sich Fred mit 2 Schlägen den 3. Platz sichern konnte.
Die Ausgangslage für mich war nun klar: Ich müsste mit dem ersten Versuch sowohl das Hindernis überwinden als auch den Ball ins Loch rollern lassen, also das, was mir zuvor an Bahn 17 gelang. Würde dies gelingen, wäre es ein geteilter 1. Platz. Bräuchte ich mehr Versuche, hätte Sebastian gewonnen, ich wäre 2.
Da ich diese Bahn bei vorherigen Partien meines Wissens noch nie besiegen konnte, waren meine Hoffnungen gering. Doch dann glückte Teil 1, der Ball durchrollte das Hindernis - doch das Loch traf er nicht. Dies gelang dann erst mit einem zweiten Schlag. Sebastian hatte die Partie mit einem Schlag weniger gewonnen.
Der Endstand:
1. Sebastian 63
2. René 64
3. Fred 73
4. Madl 78
5. David 100 (der damit sein Ziel - dreistellig zu werden - erreicht hatte)
Eine solide Partie.
Zumindest habe ich noch zwei Statistiken gefunden, in denen ich vorne liege. Zum einen gelang es mir nur bei einer Bahn nicht, den Ball einzulochen (Sebastian folgt mit 2), zum anderen war ich in der "2. Halbzeit" um einen Schlag besser als er.
Glückwunsch an Sebastian, der von Beginn an vorne mitmischte, die Führung ab der 7. Bahn nicht mehr hergab und somit auch verdient gewonnen hat.